Wenn man krank ist und im Bürgergeld steht, fühlt sich alles widersprüchlich an.
Der Körper sagt „Stopp“.
Das Jobcenter sagt „Sie müssen arbeiten“.

Viele Menschen mit Asthma, Depressionen oder anderen chronischen Erkrankungen haben jeden Tag Angst:

  • vor Sanktionen
  • vor Zwangsmaßnahmen
  • vor Dingen, die sie körperlich oder psychisch nicht schaffen

Aber hier kommt die wichtigste Wahrheit:

Das Jobcenter darf nicht verlangen, dass du deine Gesundheit kaputt machst.


1. Krankheit ist kein „Ausrede“ – sie ist rechtlich relevant

Wenn du krank bist, gilt für dich nicht dasselbe wie für gesunde Menschen.

Im Gesetz steht:
Du musst nur Arbeit annehmen, die dir zumutbar ist.

Und zumutbar heißt:

  • keine Verschlechterung deiner Krankheit
  • keine Gefährdung deiner Gesundheit
  • keine Tätigkeiten, die dein Arzt für schädlich hält

Wenn du Asthma hast, darfst du nicht in:

  • Staub
  • Hitze
  • Dämpfe
  • körperliche Belastung

Wenn du Depressionen hast, darf man dich nicht in:

  • Dauerstress
  • Überforderung
  • psychische Ausnahmesituationen
  • aggressive Arbeitsumfelder

zwingen.


2. Was das Jobcenter NICHT darf

Das Jobcenter darf nicht:

  • dich in Arbeit schicken, die deiner Krankheit schadet
  • ärztliche Einschätzungen ignorieren
  • dich ohne Rücksicht auf deine Belastbarkeit einsetzen
  • dich mit Drohungen in Maßnahmen drängen

Auch wenn es sich oft so anfühlt:
Du bist kein Befehlsempfänger. Du hast Rechte.


3. Warum ein Attest so wichtig ist

Dein Arzt kann aufschreiben:

  • was du nicht darfst
  • z. B. keine körperliche Arbeit
  • kein Stress
  • keine Hitze
  • keine Zwangshaltungen

Das Jobcenter muss sich daran orientieren.

Wichtig:
Du musst keine Diagnose offenlegen.
Nur die Einschränkungen.


4. Du darfst trotzdem Geld verdienen

Viele glauben:

„Wenn ich krank bin, darf ich nichts tun.“

Das ist falsch.

Du darfst:

  • nebenbei selbstständig sein
  • online arbeiten
  • kleine Einkünfte haben
  • Dinge aufbauen

Solange:

  • es deiner Gesundheit nicht schadet
  • und du die Einnahmen meldest

Gerade ruhige Tätigkeiten von zuhause sind oft viel besser als Maßnahmen oder Leiharbeit.


5. Du bist nicht faul. Du bist krank.

Das Jobcenter arbeitet mit Druck.
Dein Körper arbeitet mit Warnsignalen.

Wenn du erschöpft bist, schlecht atmest, traurig oder leer bist, dann ist das kein Charakterfehler.
Das ist dein Nervensystem, das Schutz braucht.

Und genau deshalb darfst du dir ein Leben aufbauen, das:

  • ruhiger
  • langsamer
  • und gesünder ist

auch wenn du Geld brauchst.



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